Der Aufsichtsrat der Hafen und Tourismus GmbH hat am 03.11.2010 beschlossen, den Eignern der Traditionsschiffe im Alten Hafen, die auf ihren Schiffen leben, die Anmeldung mit ihren Wohnschiffen in der Stadt Weener (Ems) als Hauptwohnsitz nach dem Melderecht zu ermöglichen.
Die Anmeldung von Wohnungen richtet sich in Niedersachsen nach den Bestimmungen des Melderechtsrahmengesetzes (MRRG) als Bundesgesetz sowie dem Nds. Meldegesetz (NMG).
Hiernach gilt, dass Personen, welche eine Wohnung beziehen, sich innerhalb einer Woche bei der zuständigen Meldebehörde anzumelden haben (§11 MRRG in Verbindung mit § 9 NMG).
Als Wohnung im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen gilt jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird. Wohnwagen und Wohnschiffe sind nur dann als Wohnung anzusehen, wenn Sie nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden (§ 11 Abs. 5 MRRG in Verbindung mit § 7 NMG).
Hierbei handelt es sich um eine besondere Regelung nach den melderechtlichen Bestimmungen.
Um bei erfüllten Voraussetzungen eine melderechtliche Zuordnung vornehmen zu können und auch die vorgegebenen Bestimmungen der DAtenaustauschverfahren zu gewährleisten, muss eine konkrete straßenmäßige Zuordnung mit einem Zusatz, bezogen auf das jeweilige Wohnschiff, erfolgen.
Im Hafen Weener ist die straßenmäßige Zuordnung "Am Hafen 59 + Name des Schiffes".
Die Ver- und Entsorgung ist im Weeneraner Hafen aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und auf der Grundlage der in der Hafenordnung getroffenen Regelungen problemlos möglich.
Mehr und mehr entwickelt sich der "Alte Hafen" zum Museumshafen und damit zu einem maritimen Kleinod der Stadt. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich bereits 20 Traditionsschiffe entlang der Hafenkaje. Oftmals durch eine Beschilderung oder aber auch durch die Erzählungen der Eigentümer erfährt man Wissenswertes über ihre wechselhafte und langjährige Geschichte.
Vor 4 Jahren haben die Eigner den dritten Motor eingebaut, einen Deutz 1015 mit 240 KW Leisstung. Dazu kommen ein Deutz Generator 1011 mit 30 kva und ein alter Faryman Generator mit 12,5 kva. Ein elektrischer Bugstrahler mit 17 KW hilft bei Manövern. ANIMO hat eine SUK-Zulassung für die Zone 2.
Die „Vadder Gerrit II“ ist ein Einmastklipper niederländischen Ursprungs. Es handelt sich um ein „Plattbodenschiff“, das heißt, es verfügt über keinen eigenen Kiel. Daher hat es einen relativ geringen Tiefgang von nur 85 cm.
Charakteristisch für Plattbodenschiffe sind die an beiden Seiten des Schiffes angebrachten
Seitenschwerter, die beim Segeln bedient werden, um die seitliche Abdrift zu verringern und beim "Trockenfallen" im Watt Stabilität geben. Die „Vadder Gerrit II“ wurde 1897 in Waspik in den Niederlanden gebaut und sieht auch heute noch originalgetreu wie ein Frachtensegler aus
Der Schlepper mit Eisklasse ist ein stählerner Einschraubenschlepper mit Vollring-Kortdüse und einem Schraubendurchmesser von 1,10m. Folgende Daten zeichnen Motor I aus:
Länge über alles 23,42m, Breite 5,18m, Tiefgang 0,90, die Hauptmaschine wurde vom VEB Schwermaschinenbau Karl Liebknecht Magdeburg gefertigt und ist ein rechtsdrehender 6-Zylinder-4-Takt-Diesel. Der Treibstoffverbrauch wurde mit 175g/PS + 10 Prozent und der Schmierölverbrauch mit 1,75kg/h angegeben!
Der Motor vom Typ NVD 136 leistet max. 225 PS bei 375U/min, ist direkt umsteuerbar und mit der Welle gekuppelt, hat also kein Wendegetriebe. Gebaut wurde Motor I in Fürstenberg an der Oder und ist mit einem Hilfsdiesel Typ 1 NVD 18 ausgerüstet von dem die Lichtmaschinen über Keilriemen, sowie Feuerlösch- und Bergungspumpe über eine Kupplung angetrieben werden. Die Verdrängung liegt bei 57m³. In der Serie wurden nur 9 Schiffe gebaut, außer der 1 ist nur noch die 9 im Wasser.
Die Albe wurde 1925 von der niederländischen Noordster-Werft als Watt- und Sundfahrer gebaut. Ursprünglich fuhr das Schiff mit einem 100 PS-Bedford-Motor, der inzwischen gegen einen Perkins-Motor ausgetauscht wurde. Die Albe hat einen Tiefgang von 1 m, sie ist 24,60 m lang und 4,22 m breit. Sie ist mit einem neuen Steuerhaus versehen worden und die Bordelektrik wurde komplett erneuert.
Die Tjalk "Gaatje" wurde zum Transport der unterschiedlichsten Güter (Torf, Sand, Steine usw.) eingesetzt. Sie wurde 1925 in Veendam/NL gebaut und ist mit einem 80 PS Mercedes MB204A Motor von 1951 ausgestattet. Zum Segeln steht eine Segelfläche von 38 Quadratmetern zur Verfügung. Bei einer Länge von 12,70 m und einer Breite von 3,36 m verfügt sie über einen Tiefgang von 0,85 m. Der ehemalige Frachtraum ist zum Wohnraum umgebaut worden.