Mit dem neuen Dorfgemeinschaftshaus entsteht in der Ortsmitte ein moderner und zugleich traditioneller Treffpunkt für die Kirchborgumerinnen und Kirchborgumer. Das Gebäude wird im ostfriesischen Bauern- beziehungsweise Fehnhausstil errichtet und soll künftig Raum für Begegnung, Gemeinschaft und vielfältige Veranstaltungen bieten.
Rund 1,05 Millionen Euro werden in den Neubau investiert. Knapp die Hälfte der Gesamtkosten wird über Mittel aus der ZILE-Richtlinie (Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) gefördert. Die verbleibenden Kosten teilen sich die Stadt Weener und die Kirchengemeinde zu gleichen Teilen. Die Kirchengemeinde und die Stadt werden das Gebäude künftig ebenfalls zu gleichen Teilen nutzen.
Bürgermeister Heiko Abbas blickte beim Spatenstich auf die lange Entstehungsgeschichte des Projektes zurück. Über mehrere Jahre hinweg sei immer wieder um die Realisierung des Dorfgemeinschaftshauses gerungen worden. Zwischenzeitlich musste das Projekt sogar aus dem Haushalt genommen werden. Die Kirchborgumer Dorfgemeinschaft habe jedoch nicht aufgegeben, sondern das Vorhaben weiterhin unterstützt und immer wieder an das gegebene Versprechen erinnert.
„Ihr habt uns damals geglaubt und uns stetig daran erinnert. Ihr habt uns unterstützt und gefordert, Vorschläge gemacht und sogar die Kirchengemeinde und die Landeskirche in das Projekt geholt“, würdigte Abbas das Engagement der Kirchborgumerinnen und Kirchborgumer.
Eine besondere Rolle spielte dabei die Arbeitsgruppe Dorfgemeinschaftshaus, in der sich Mitglieder des Dorfvereins „Wi an’t Diek“ und der Kirchengemeinde engagierten. Sie brachten über Jahre hinweg viel Zeit, Ideen und Eigeninitiative in das Projekt ein. Gemeinsam wurden unter anderem erste Entwürfe erarbeitet und die Planungen intensiv begleitet.
Auch die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und der Landeskirche war für die weitere Entwicklung des Projektes entscheidend. „Diese Kooperation ist beispielgebend für viele andere ländliche Regionen“, betonte Abbas. Ein weiterer wichtiger Schritt war die erfolgreiche Beantragung der ZILE-Förderung. Das Projekt erhält eine Förderung von rund 500.000 Euro.
Das neue Dorfgemeinschaftshaus soll künftig ein zentraler Ort für das gemeinschaftliche Leben in Kirchborgum werden. Geplant ist ein großer, teilbarer Saal für rund 80 Personen. Hinzu kommen weitere Räume sowie ein eigener Jugendraum. Das Gebäude entsteht unmittelbar neben dem bestehenden Bolzplatz; der angrenzende Spielplatz wird in die Gestaltung des Außenbereichs einbezogen. Auch die in Eigenarbeit errichtete Jugendhütte soll erhalten bleiben.
Im neuen DGH sollen künftig Veranstaltungen ganz verschiedener Art stattfinden. Es soll ein Haus entstehen, das von unterschiedlichen Generationen und Gruppen genutzt werden kann.
Für Bürgermeister Abbas steht der Spatenstich deshalb für mehr als den Beginn einer Baumaßnahme: „Dieser Spatenstich steht für das Halten eines Versprechens, für die Zusammenarbeit zwischen Dorfgemeinschaft, Kirche und Staat, für das große Engagement so vieler Menschen. Vor allem steht er aber für Zuversicht, Optimismus und die Überzeugung, dass wir es selbst in der Hand haben, unsere Welt, unsere Stadt zu einem besseren Ort zu machen.“
Mit dem Baubeginn rückt nun das Ziel näher, im kommenden Jahr die Türen des neuen Dorfgemeinschaftshauses zu öffnen. Für die Kirchborgumerinnen und Kirchborgumer geht damit eine lange Wartezeit zu Ende – und gleichzeitig beginnt ein neues Kapitel für die Dorfgemeinschaft.

