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Straßenlampen mit adaptiver Dimmung: Weener startet Pilotprojekt

Seit Mittwoch hängen sie unscheinbar im Endenweg in Weenermoor: Sechs Straßenlaternen der Firma Enviotech aus Frankfurt. Von unten aus betrachtet fällt dem Laien kein Unterschied zu normalen Leuchten auf.

Adrian Rhaese von der Firma Enviotech und Bürgermeister Heiko Abbas zeigen die neuen intelligenten Straßenleuchten, von denen nun sechs Stück im Endenweg installiert wurden. Im Hintergrund sieht man, wie die Firma Kruse die erste Lampe anbringt.

„Das besondere an diesen intelligenten Straßenleuchten verbirgt sich hinter der Verkleidung“, sagt Bürgermeister Heiko Abbas, der bei der Montage der Lampen am Mittwochmittag vor Ort war. Die Stadt Weener ist die erste Kommune im Nordwesten, die mit den neuen vernetzten und mit KI-Technik ausgestatteten Leuchten ein Pilotprojekt startet. Aufgebaut wurden die Lampen von der Firma Elektro Kruse aus Leer und hergestellt und programmiert wurden sie von Enviotech.

„Das besondere an unseren Lampen ist die Einbindung in eine direkt steuerbare Oberfläche auf Cloud-Basis“, erklärt Adrian Rhaese von Enviotech. „Das heißt man kann jede einzelne Leuchte über ein sogenanntes Dashboard ansteuern, die Schaltzeiten einstellen oder den Dimm-Modus. Unsere Leuchten erkennen über Sensoren, wenn Fußgänger oder Radfahrer vorbeikommen, und erhöhen automatisch die Helligkeit. Nach kurzer Zeit ohne Bewegung dimmen sie wieder herunter“, so Rhaese weiter. Damit sei sichergestellt, dass das Licht immer dann angehe, wenn auch jemand dies brauche – auch mitten in der Nacht, wenn die Straßenbeleuchtung eigentlich komplett ausgeschaltet ist.

„Damit senken wir nicht nur die Stromkosten, sondern machen das Licht auch intelligent. Denn statt gesamter Straßenzüge dauerhaft beleuchtet zu lassen, kann man die Beleuchtung tagesgenau an die Jahreszeiten anpassen“, sagt Bürgermeister Abbas. Darüber hinaus könne man so einfach einzelne Bereiche auch dauerhaft beleuchten, zum Beispiel, wenn Veranstaltungen stattfinden. „Dazu ist dann keine aufwändige Einstellung am Schaltschrank für eine ganze Straße nötig, sondern man kann das einfach am Rechner bei uns im Bauamt.“

Für die Idee des „intelligenten Lichts“ auf den Straßen ist Enviotech in den vergangenen Monaten bereits mit vielen Technik- und Innovationspreisen ausgezeichnet worden. Gerade in Ballungsräumen haben die ersten Städte bereits mit der Firma für ein Pilotprojekt zusammengearbeitet. „Ich bin aber überzeugt, das wahre Potential liegt im ländlichen Raum“, so Abbas. „Denn hier haben wir im Schnitt viel weniger Fußgänger- und Radfahrer-Bewegungen pro Straßenlaterne als in großen Städten. Darum sind wir froh, dieses Projekt jetzt am Start zu haben.“ Außerdem freue sich auch die Umwelt über die genaue Steuerung der Lampen. „So verringern wir auch die Lichtverschmutzung und die Lampen können dort dunkel bleiben, wo sie nicht benötigt werden.“

Aktuell sind sechs Leuchten im Endenweg mit der neuen Technik ausgestattet. Wenn die ersten Erfahrungswerte gesammelt sind, können Stück für Stück auch weitere Straßen mit der Technik ausgestattet werden. „Das wird sicherlich ein jahrelanges Projekt werden. Aber ich bin mir sicher, dass es sich am Ende lohnt.“ Kosten entstehen der Stadt hierdurch aktuell noch nicht, erst wenn die Lampen tatsächlich nach Ende der Testphase gekauft werden sollten.